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Ich besaß einen großen weißen Opel Rekord

Ich besaß einen großen weißen Opel Rekord. Das war in den sechziger Jahren und für mich Luxus pur.  Zu der Zeit lebten wir in Celle bei Hannover. Eine entzückende Kleinstadt mit krummen Fachwerkhäusern und engen Straßen.

         Vorm vierhundertjährigen Rathaus befand sich ein großer Graben um darin Rohre zu verlegen und davor war ein kleiner Parkplatz. Als ich dort ankam war doch tatsächlich die erste Parklücke frei und dort fuhr ich hinein.

Ich schloss ab und ging einkaufen.

            Da Weihnachtszeit war, dauerte es einige Zeit bis ich alle meine Einkaufswünsche erledigt hatte und nach Hause fahren konnte. Ich ging zu meinem weißen Opel und wollte öffnen, aber der Schlüssel sperrte nicht. Ich probierte es auf der Beifahrerseite, auch dort ging die Türe nicht auf.  Hilflos stand ich neben dem Auto und wusste nicht was ich tun sollte. Handy gab es damals noch keine. Während mein Hirn noch rauchte sah ich, dass links neben dem ersten weißen Opel ein zweiter stand. Ebenfalls weiß.

Ich steckte den Schlüssel ins Schloss. Zumindest versuchte ich es, aber er sperrte wieder nicht. Dann probierte ich es auf der anderen Seite, aber dasselbe geschah, nämlich „Nichts“.

Der nächste Gedanke war:

„Ich habe den falschen Schlüsselbund“ und leerte meine Tasche am Boden aus, aber da war kein anderer. Ich schaute ins Auto, die Polsterung war ebenfalls schwarz. Ich probierte noch einmal aber der Schlüssel ging nicht einmal ins Schloss. Da kam mir die Idee auf die Nummerntafel zu schauen und siehe da es war eine Berliner und keine Celler Nummer. Der Herzinfarkt nährte sich schon mit großen Schritten.

Jetzt drehte ich mich nach links und siehe da, da endlich stand mein Auto. Ich wollte schnell aufsperren, denn in der Zwischenzeit standen 3 Männer auf ihre Schaufel gelehnt im Loch und beobachteten mich wortlos. Ich wollte nur schnell weg, aber der Schlüssel sperrte wieder nicht.

Ich warf einen schnellen Blick ins Auto Innere und da lag am Rücksitz eine Decke aus Leopardenfell. Ein kleiner Hund sprang in diesem Moment mit gefletschten Zähnen laut keifend gegen die Innenseite des rückwärtigen Fensters als glaubte er, er sei eine Bulldogge. Ich war in Panik. Was ist passiert, bei keinem Auto passt der Schlüssel, bin ich auf einem anderen Planeten. In der Zwischenzeit waren die Männer aus ihrem Loch geklettert, und standen neben dem zuerst versuchen Opel.

Um ihnen nicht ins Gesicht schauen zu müssen drehte ich mich von ihnen weg nach links und siehe da, da stand noch ein weißer Opel Rekord, noch einmal mein Auto. Es war das 5. Und dieses Mal schaute ich zuerst auf die Autonummer bevor ich den Schlüssel versuchte. Er funktionierte, es war tatsächlich meiner. Hinter mir hörte ich die Drei sagen: „Typisch Frau.“

„Frechheit“ dachte ich nur, sprang ins Auto und war weg.


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